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Pietàweg

Maria, die Schmerzhafte Mutter, ist die bekannteste Frau der Stadt Telgte. Die Pietà, so die Meinung der Kunsthistoriker, wurde um 1370 aus Pappelholz geschnitzt und farbig gefasst. Die heutige braun-schwarze Fassung erhielt das Vesperbild 1854 auf Anordnung des Bischofs von Münster Georg Müller. 

Die  Wallfahrtskapelle wurde in Zeiten der Gegenreformation nach dem Dreißigjährigen Krieg als Staatsheiligtum von Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen 1654 initiiert. Auch die Wallfahrtstradition zum Gnadenbild nach Telgte entstand in dieser Zeit. Die größte Fußwallfahrt Deutschlands aus Osnabrück und dem Osnabrücker Land nach Telgte hat ihren Ursprung allerdings erst Mitte des 19. Jahrhunderts.

Gleichzeitig entstand neben den Stationen des Prozessionsweges von Münster nach Telgte mit der Wallfahrt die Tradition der Bildstöcke mit der Darstellung der um ihren toten Sohn trauernden Gottesmutter. Zunächst standen Doppelbildstöcke an den Wallfahrtswegen von Vinnenberg (1683) und von  Warendorf (1693) nach Telgte.

Zum Jubiläumsjahr 1754 (100 Jahre Wallfahrtskapelle) wurden nicht nur in der Stadt und im Kirchspiel Telgte sondern im gesamten Münsterland, aus dem die Wallfahrten nach Telgte pilgern, Bildstöcke mit der Darstellung der „Consolatrix Afflictorum“, der „Trösterin der Betrübten“, so der ursprüngliche Name der Telgter Pietà, an Wegkreuzungen und Bauerhöfen errichtet. 

Diese gelebte Volksfrömmigkeit in den steinernen Glaubenszeugnissen der Bildstöcke kann der Gast in Telgte „erfahren“, wenn er sich am besten mit dem Fahrrad aber auch zu Fuß rund um die Emsstadt auf den Weg macht. Der Pietàweg verbindet somit Bewegung und Meditation. Die Länge von 20 km entspricht heutiger Fahrradfahrer-Gewohnheit und ist mit Betrachtungspausen in drei Stunden gut zu schaffen. Für Fußpilger ist es eine Ganztagswanderung.

Kein geringerer als der heilige Papst Johannes Paul II. bezeichnete bei seinem Besuch in Münster die Wallfahrtsstadt Telgte als „das religiöse Herz  des Münsterlandes“. Dies zu erfahren bietet der  Pietàweg eine gute Möglichkeit.

(Text und Bilder: Heinz Stratmann)

 

Wegbeschreibung hier als Download erhältlich - zum Download der Karte auf diese klicken

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